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Haus Hinkel

Heute

Sandsteinportal von Haus Hinkel
1992 erwarb Familie Birchall das barocke Karree. Unterstützt durch Mittel der “Strukturplanung Rheinland-Pfalz” wurde das Anwesen umfassend und fachgerecht saniert.
1995 eröffnete Innenminister Walter Zuber im Beisein von Ortsbürgermeister Ernst-Ludwig Elbert feierlich das “Haus Hinkel Antiquitäten”.
Seit Mai 2014 finden Kunstausstellungen mit Werken aus der Sammlung Kunsthandel Edda Birchall und Arbeiten zeitgenössischer Künstler unter dem Namen ARTist by BIRCHALL statt.
Die Räume, das Sandsteinportal, der Jugendstil Eingang sowie der Innenhof begeistern heute so manchen Besucher. Bereits seit 15 Jahren werden hier wechselnde Ausstellungen präsentiert.

Im Erdgeschoss des Hauses eröffneten 2012 der Küchenchef Klaus und die Hotelfachmeisterin Sabine Mayer das Restaurant “zum Goldenen Engel”. Den Gast erwarten feine regionale Gerichte auf höchstem Niveau unter Verwendung heimischer Erzeugnisse, in einem ansprechenden Ambiente kreativ serviert.

Geschichte vor 1995

Das Haus Hinkel hat eine lange und bewegte Geschichte.
Im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstörten 1689 Truppen von Ludwig XIV weite Teile der Pfalz und von Rheinhessen. Damit sollte der Aufmarsch deutscher Truppen gegen Frankreich erschwert werden. Nach dem Frieden von Rijswijk 1697 wurden die Städte und Dörfer wieder aufgebaut. So hat auch Johannes Zimmer gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna Cadrina Zimmerin 1742 hier am Marktplatz ein barockes Gebäude zum Betrieb eines Gasthofes errichtet.

Marktplatz
Der Standort war mit Bedacht gewählt. Flonheim war Station der Niederländischen Postlinie von Innsbruck nach Mechelen. Diese wurde ab 1492 durch Thurn und Taxis im Auftrag der Habsburger betrieben. Die Postreiter machten hier halt, wechselten die Pferde oder übergaben die Post einem neuen Reiter. Ab 1690 kam die fahrende Post hinzu, mit Reisenden und Kutschern. Das Haus bot Gästezimmer und Pferdestallungen. Auch die Leinenreiter vom Rhein übernachteten hier mit ihren Pferden, auf dem Rückweg von Worms nach Bingen, rheinabwärts, auf dem kürzeren Weg über Land und nicht dem Rhein entlang. (Die Pferde dieser Leinenreiter zogen die Frachtschiffe rheinaufwärts von Bingen nach Worms.)
Dass Anwesen blieb bis in die 1980er Jahre im Besitz der Familie. 1891 sowie 1902 wurde es erweitert, modernisiert und 1909 zum Kulturdenkmal des Großherzogtums Hessen ernannt.
Das letzte Besitzerehepaar blieb ohne Nachkommen. Das Anwesen bekam 1980 seinen heutigen Namen “Haus Hinkel”, genannt nach den Erben der letzten Frau Zimmer. Das Haus stand längere Zeit leer.
Die Ortsgemeinde Flonheim erwarb die inzwischen marode Immobilie. Ein Hotel sollte errichtet werden, hohe Kosten brachten den Plan zum scheitern.

 

Medien

1995 Landesschau – “Tag des offenen Denkmals”
2012 “Fahr mal hin” – Rheinhessen (SWR3)
und Weitere